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Widerrufsrecht bei Maklerverträgen

Veröffentlicht von Jens Noetzel auf 9. März 2016
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Zum Thema Widerrufsrecht bei Maklerverträgen herrscht bis heute, bald 2 Jahre nach der Einführung, große Verwirrung. Gerüchte von Möglichkeiten die Maklerprovision zu umgehen, ziehen ihre Kreise, und juristische Dokumente von Seiten der Makler verwirren Interessenten und schrecken Sie ab. In diesem Beitrag wollen wir Klarheit schaffen, über das Gesetz, dass seit dem 13.06.2014 das Verhältnis zwischen Immobilienmaklern und ihren Kunden beeinflusst.

Der Grundgedanke: Verbraucherschutz

Warum wird das Vertragsverhältnis zwischen Makler und Kunden überhaupt verkompliziert? Das 14 tägige Wiederrufsrecht bei außerhalb von geschlossenen Geschäftrsräumen vereinbarten Verträgen und Fernabsatzverträgen zielte im Grundgedanken zunächst insbesondere auf das Einkaufen im Internet ab. Ohne das Produkt als solches in der Hand zu halten ist es schließlich schwierig zu entscheiden, ob es den eigenen Ansprüchen genügt.

Da auch Immobilienmakler aufgrund der Digitalisierung unserer Gesellschaft ihren Geschäftszweig ins Internet ausgeweitet haben, ist es heute ohne weiteres möglich, einen Immobilienmakler via Internet zu beauftragen. Dementsprechend handelt es sich bei Maklerverträgen im Internet ganz klassisch um Fernabsatzverträge.

Das Problem ist der Widerruf

Im Normalfall ist an einen Widerruf selbstverständlich stets eine  Herausgabepflicht des Kunden gekoppelt. Wenn mir ein Produkt nicht gefällt, schicke ich es zurück und erhalte mein Geld zurück. Wie sieht es jetzt aber aus, wenn ein Makler seinem Kunden bereits einen Käufer oder Mieter vermittelt hat und der Vertrag danach widerrufen wird?

Um diesen Umstand zu vermeiden und die eigene Provision zu schützen, lassen sich Makler daher vor der ersten Tätigkeit für den Kunden (dies kann z.B. die Zusendung eines Exposés sein) einen Verzicht auf das Widerrufsrecht des Kunden unterschreiben oder bestätigen. Damit bestätigt der Kunde eigentlich nur noch einmal, dass ihm bewusst ist, dass im Falle eines Kaufes eine Provision fällig wird die er an den Makler zu zahlen hat. Das sollte eigentlich jedem Kunden  klar sein der einen Makler beauftragt, wird durch den Verzicht aber noch einmal für beide Seiten verdeutlicht.

Die Besonderheit liegt beim Vertragsbeginn

Gegenüber einem herkömmlichen Geschäftsverhältnis ist ein Maklervertrag insofern eine Besonderheit, als dass dieser aus zwei Abschnitten besteht: der Suche und der Vermittlung. Als Kunde hat man oft nur das Ziel im Blick: die erfolgreiche Vermittlung von Wohnraum! Tatsächlich beginnt das Geschäftsverhältnis allerdings schon ab dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde den ersten Kontakt zum Makler herstellt und dem Makler damit einen Auftrag erteilt. Bereits ab diesem Zeitpunkt (beispielsweise beim ersten Kontakt via Internetportal) wird eine Leistung vom Makler erbracht.

Dieses Vertragsverhältnis ist für den Kunden nicht leicht nachvollziehbar und sorgt oft für Verwirrung. Genau auf diesen „frühzeitigen“ Beginn des Vertragsverhältnisses wird der Kunde mit der Widerrufsbelehrung zu seinem eigenen Schutz hingewiesen.

Fassen wir nun noch einmal alle Auswirkungen zusammen:

  • Maklerverträge sind Fernabsatzverträge, wenn Sie via Internet geschlossen werden.
  • Laut Widerrufsrecht kann der Kunde einen Maklervertrag bis 14 Tage nach dem Erstkontakt widerrufen.
  • Wenn der Makler vor Ablauf der 14 tägigen Widerrufsfrist mit dem Arbeiten beginnen soll, muss der Kunde eine Verzichtserklärung unterschreiben. Das bedeutet für den Kunden lediglich, dass er einwilligt bei erfolgreicher Vermittlung die  Maklerprovision zu bezahlen.
  • Das Vertragsverhältnis zwischen Kunde und Makler besteht ab dem ersten Kontakt, es bezieht sich nicht nur auf die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie.

Bildquelle: pixabayuser Peggy_Marco